German

Text: Sven Eychhorst / PeS

Thelema – Eine Weltsicht

Tu was du willst, soll sein das Ganze des Gesetzes.

 Ein herzliches ‚Hallo‘ an alle!

„Das Wort des Gesetzes ist Θελημα.“ – AL I:39

Θελημα = Thelema = Wille = 93 = αγάπη = Liebe

Jeder, der das ‚Liber Oz | LXXVII‘ gelesen hat, versteht und für sich akzeptiert, benötigt keine weitere Erklärung.
Und doch kann es leicht missverstanden werden. Um nach dem Gesetz zu leben, muss man nicht zwingend einem Thelemitischen Orden angehören. Sagen wir mal so: Für einige kann es die Arbeit am Großen Werk vereinfachen, für andere kann es durchaus auch ein Hindernis auf dem eigenen Weg darstellen. Deshalb kann niemand sagen, ob dieser Weg ‚in diesem Leben‘ richtig, falsch oder gut für einen ist. Die beste (mir bekannte) Methode ist die, sich mit diesem Thema gründlich auseinanderzusetzen um dann eine Entscheidung für sich selbst zu treffen. Es kann DIE Entscheidung für das eigene Leben sein. Und also jede andere getroffene Entscheidung kann dies übrigens auch bewirken.

Wie lebt ein Thelemit? Oder besser: Wie sollte er leben? Zu Anfang: ‚Tu was du willst‘, heißt nicht: Tu was Dir beliebt! Das muss zuerst verstanden sein, will man den Grundgedanken von Thelema verstehen / und /  Das ‚Liber Oz‘. Daher lautet das erste (offene) Geheimnis der Magie:

‚Erkenne dich selbst.‘

Der Volksmund sagt: ‚Auf dem eigenen Auge ist man blind‘. Eher ist man geneigt, schnell die Fehler anderer zu sehen und eventuell zu kritisieren. Bis zu einem gewissen Grad stimmt das auch. Bis man erkannt hat, dass es darum gehen sollte, sein eigenen Stärken und Schwächen auszuloten.
Deine Stärken sind deine Basis. Und nun geht es vor Allem darum, deine eigenen Schwächen in Stärken zu verwandeln. Wenn du jemand bist, der Angst hat, vor mehreren Leuten zu reden, dann suche nach Möglichkeiten, genau das zu tun, usw., usw..

Also sollte ein Thelemit, als vorrangige Aufgabe, sich selbst erziehen,  lenken und leiten (lernen). Es kann von daher niemals darum gehen, andere Menschen zu erziehen und sie nach seinem eigenen Bilde zu formen, denn:

‚Jeder Mann und jede Frau ist ein Stern.‘ – AL I:3

„Also ist Selbstkontrolle keineswegs der Feind der Freiheit, sondern das, was sie erst möglich macht.“
(Aus: ‚The Heart of the Master‘, by  Khaled Khan)

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(Das ist) Alles, was Du über Meditation wissen solltest.

„Wer uns Thelemiten nennt, geht nicht fehl darin, so er sich das Wort nur genau betrachtet.“ – AL I:40

Was zeichnet einen Thelemiten aus? Wie bereits gesagt, jeder ist ein Thelemit, der für sich beschließt einer zu sein. Und da wird es kompliziert. Denn jeder weiß: So viele Menschen wie es gibt, so viele Ansichten / Meinungen gibt es auch. Grob ausgedrückt kann gesagt werden, dass es da ein Wort gibt, das alle Thelemiten miteinander verbindet. (Gegenseitigen!) Respekt, Toleranz und das Streben nach dem Licht, der Weisheit und der Wahrheit.

„Bedenkt ihr alle, daß das Dasein reine Freude ist; daß all die Sorgen nichts als Schatten sind; sie ziehen vorbei & sind getan; aber da ist das, was bleibt.“ – Al II:9

Es ist kein Geheimnis. Das brüderliche Band wird geschmiedet durch das eigene Schaffen und Tun.

Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen.